Die zentrale Nordinsel

Die zentrale Nordinsel ist geprägt von ihrer vulkanischen Vergangenheit und besteht, eingebettet in ursprünglichen Regenwald und angepflanzten Kiefernwald, im Groben aus dem Gebiet des Tongariro National Park mit seinen drei Vulkanen, dem Lake Taupo und den farbenprächtigen Geothermalzonen rund um Rotorua. Aktive Geothermalzonen gibt es im gesamten Gebiet, heiße Quellen und Flüsse, zischende Krater, brodelnde Schlammtümpel und immer wieder den damit einhergehenden Geruch von Schwefel.

Lake Taupo

DSC_0684
Lake Taupo (Foto: Helga Ehrecke)

Der größte See des Landes ist tatsächlich ein Vulkan, der im Jahr 186 zuletzt ausgebrochen ist und nach dem Einsturz der Magmakammern eine Caldera gebildet hat, innerhalb derer der heutige See entstanden ist.

In Taupo haben wir drei Nächte verbracht, um eine schlechte Wettervorhersage für den Tongariro National Park zu überbrücken, wo wir unbedingt die Tongariro Alpine Crossing machen wollten – und es ist geglückt, doch dazu später mehr.

Also haben wir die Zeit genutzt, um ein wenig zu entspannen und natürlich das Sehenswerte der Gegend anzuschauen. Faszinierend ist die allgegenwärtige geothermische Aktivität, die auch in Taupo heiße Quellen und dampfende Krater hervorbringt. Außerdem steht hier das geothermische Kraftwerk Wairakei, dessen Bohrungen in den 1950ern ein ein paar Kilometer entferntes Thermalgebiet erst geschaffen haben, die „Craters of the Moon“.

 

Wenn man für das Baden in einer heißen Quelle nicht bezahlen möchte, wie in den Schwimmbädern und Spas der Stadt, dann geht man zum Hot Water Stream, der in schöner Umgebung auf seinem Weg zum Waikato River mehrere Pools bildet. Die oberen sind ganz schön heiß, wir haben es ausprobiert, geschätzt mind. 42 Grad…….Da natürlich nicht nur wir auf die Idee gekommen sind, ein Gratisbad zu nehmen, war das eher eine Stehparty.

Orakei Korako

Dieses ist ein Tal, in dem die unwirklichen bunten Farben, blubbernden Wasser- und Schlammlöcher und Geysire in eine wunderbare friedliche grüne Waldumgebung eingebettet sind.

DSC_0649
Orakei Korako (Foto: Helga Ehrecke)
DSC_0643
Orakei Korako (Foto: Helga Ehrecke)

 

DSC_0656
Orakei Korako (Foto: Helga Ehrecke)

Neben den vulkanischen Attraktionen gibt es auch andere landschaftliche Schönheiten wie die Huka Falls, an denen sich der Waikato River zwischen enge Felswände zwängt, um dann über eine 9m hohe Kante in die Tiefe zu stürzen.

 

Last but not least waren wir ja auch am See – den wir dann auch mit einem kleinen Segeltörn befahren haben. Ziel der Fahrt waren in den 1970ern von einem Maori Künstler geschaffene Felsgravuren und -skulpturen.

DSC_0680
Maori Felsgravur, Lake Taupo (Foto: Helga Ehrecke)

 

Tongariro National Park

DSC_0689
Mt Ngauruhoe und Mt Ruapehu, Tongariro NP (Foto: Helga Ehrecke)

Der Tongariro National Park ist der älteste Nationalpark Neuseelands und gehört zum UNESCO Welterbe. Hier stehen drei aktive Vulkane, Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu. An letzterem befinden sich Skigebiete, und in Iwakau, das quasi nur aus Skilodges besteht, warten die Lifte und Schneekanonen auf den ersten Schnee, der nicht mehr lange auf sich warten lässt.

P1030474
Warten auf den Schnee, Mt Ruapehu, Tongariro NP (Foto: Michael Kleinert)

Weiter unten ist die Landschaft steppenartig, durchzogen von einzelnen Wäldern.

 

Durch den Nationalpark führt eine der beliebtesten und vielleicht auch spektakulärsten Wanderrouten Neuseelands: die Tongariro Alpine Crossing. Über Lavafelder, durch Vulkankrater, vorbei am Tongariro und Ngauruhoe bis zum Red Crater Rim auf einer Höhe von 1.886 Metern, dann hinunter zu den faszinierenden Farbtupfern der Emerald Lakes, durch den South Crater zum Blue Lake, bevor der lange Abstieg beginnt.

Die Anstrengung des Weges mit rund 750 Höhenmetern hinauf und ungefähr 1100 hinunter hat uns – und Hunderte andere – nicht davon abgehalten. Wir haben Zahlen zwischen700 und 2500 Menschen gehört, die den Weg in der Saison täglich machen. Welche Zahl nun richtig ist, wissen wir nicht, aber auch die karawanenartige Massenwanderung konnte die Freude und das maßlose Staunen über die Vulkanlandschaft nicht trüben. Und das bei schönstem Wetter – unser Abwarten und Vertrauen auf die Wettervorhersage haben sich gelohnt, und wir haben den besten Tag erwischt.

Die Wanderung war einer der Höhepunkte unserer bisherigen Reise, und wir lassen jetzt einfach die Bilder sprechen:

DSC_0716
Mangatepopo Valley, Tongariro Alpine Crossing (Foto: Helga Ehrecke)
P1030532
Tongariro Alpine Crossing (Foto: Michael Kleinert)
DSC_0733
South Crater, Tongariro Alpine Crossing (Foto: Helga Ehrecke)

 

DSC_0736
Tongariro Alpine Crossing (Foto: Helga Ehrecke)

 

DSC_0740
Red Crater, Tongariro Alpine Crossing (Foto: Helga Ehrecke)
DSC_0744
Blue Lake, Tongariro Alpine Crossing (Foto: Helga Ehrecke)
DSC_0749
Emerald Lakes, Tongariro Alpine Crossing (Foto: Helga Ehrecke)

 

DSC_0769
Mount Ngauruhoe und Red Crater, Tongariro Alpine Crossing (Foto: Helga Ehrecke)

 

 

Rotorua

Rotorua wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Kurort gegründet, und auch heute noch kann man sich in den Spas, die von natürlichen heißen Quellen gespeist werden, erholen und mit Massagen und Heilanwendungen verwöhnen lassen. Wir haben wieder die kostenlose Variante in freier Natur gewählt und sind zum Kerosene Creek gefahren. Dieser heiße kleine Fluß schlängelt sich durch den Wald und bildet ab und zu Becken, in denen man wunderbar heiß baden kann. Für die Massage sorgen dann Stromschnellen und ein kleiner Wasserfall.

dav
Badevergnügen im Kerosene Creek (Foto: Helga Ehrecke)

Auf dem Weg nach Rotorua haben wir einen Abstecher nach Waitomo, das für seine Glühwürmchenhöhlen bekannt ist, gemacht. Eine sehr schöne Tour hat uns mit dem Schlauchboot in die Spellbound Höhle gebracht, wo die Glühwürmchen, die tatsächlich Larven der Langhornmücke sind, wie Sterne am Höhlendach leuchten.

 

In Rotorua sind neben den heißen Quellen die zahlreichen Geothermalgebiete die Hauptattraktion:

Das Waimangu Volcanic Valley ist eines der jüngsten Thermalgebiete der Welt und ist durch die Eruption des Tarawera Vulkans im Jahr 1886 entstanden.

P1030675
Frying Pan Lake, Waimangu Volcanic Valley (Foto: Michael Kleinert)
DSC_0029
Inferno Crater Lake, Waimangu Volcanic Valley (Foto: Helga Ehrecke)
DSC_0037
Iodine Pool, Waimangu Volcanic Valley (Foto: Helga Ehrecke)

Wai-O-Tapu ist das größte Thermalgebiet in der Gegend, das sich über eine Fläche von 18 qkm erstreckt. Nur ein kleiner Teil ist für Besucher, die sich hier sehr zahlreich einfinden, zugänglich. Und schon hier gibt es eine beeindruckende Vielfalt an geothermalen Phänomenen, rauchende Krater, blubbernde Quellen, verschiedenfarbige Seen, Schlammlöcher usw. Ein Hauptanziehungspunkt ist auch der Lady Knox Geysir, der jeden Tag pünktlich um 10:15 mit seifigen Tensiden zum Ausbruch gebracht wird. Um den Geysir herum ist eine Zuschauertribüne errichtet worden, auf der sich die Schaulustigen dicht an dicht drängen. Das gehört eben mit zur Show………..

DSC_0082
Champagne Pool, Wai-O-Tapu (Foto: Helga Ehrecke)
DSC_0086
Devilˋs Bath, Wai-O-Tapu (Foto: Helga Ehrecke)
P1040163
brodelnder Schlammtümpel (Foto: Michael Kleinert)
P1030998
Lady Knox Geysir, Wai-O-Tapu (Foto: Michael Kleinert)

In einem weiteren Thermalgebiet steht ein auch heute noch bewohntes Dorf der Maori, das Whakarewarewa Living Village, mitten in rauchenden Kratern, heißen Seen und Bächen. Einige Bereiche des Dorfes können nicht betreten werden, da der Untergrund dünn und brüchig ist, und so einige Häuser sind im Laufe der Jahrzehnte auch schon eingestürzt. Gekocht wird im heißen Boden, das Gemüse gart im heißen Teich, und das heiße Wasser wird in Becken zum Baden und Waschen umgeleitet. Außerdem gibt es hier im direkt angrenzenden Gebiet Te Puia zwei Geysire – Prince of Walesˋ Feathers und Pohutu.

Hier gibt es auch Shows zur traditionellen Maorikultur, Tanz- und Gesangsvorführungen oder auch die Möglichkeit, ein Hangi – das traditionell in der Erde zubereitete Essen – zu erleben.

 

Werbeanzeigen

3 Kommentare zu „Die zentrale Nordinsel“

  1. Lieber Michael,
    wir grüssen dich zu Deinem Geburtstag aus dem winterlichen Selow. Bei uns liegt Schnee. Aber die Sonne scheint warm, die Vögel singen gegen die Kälte an und wir warten auf Wäme. Habt noch eine gute Zeit in der Fremde.
    Und kommt dann heil wieder in Europa an. Herzliche Grüsse auch an Helga von Gerlinde und Friedemann.
    Die Bilder wecken Neugier.

    Gefällt mir

  2. Lieber Micha,

    wir wünschen Dir zu Deinem Geburtstag alles Liebe und Gute und weiterhin eine tolle Zeit! Wir freuen uns schon auf Eure Rückkehr! Bleibt gesund and continue to genießen ze Natur!
    Liebe Grüße, Anja und Alex

    Gefällt mir

  3. Hallo Ihr Lieben! Nun sitzen wir tatsächlich gemeinsam mit Mutti zusammen! Und sind überwältigt von den Bildern! Passt gut auf Euch auf,ganz liebe Grüße von Mutti, Voker und Bianca

    Gefällt mir

Schreibe eine Antwort zu Alex Holzgreve Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s